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Austauschbegegnung in Paris und Leipzig

-von Französischlernenden des Robert-Schumann-Gymnasiums Leipzig und Deutschlernenden des Collège Pierre Alviset Paris-

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Paris (23.-29.3.2023)

Unsere erste Austauschbegegnung fiel unerwartet in die Zeit der großen Streiks und Ausschreitungen in Paris anlässlich der französischen Rentenreform. Zudem begleiteten aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung zunächst nur zwei statt drei Lehrkräfte die Gruppe. Dennoch konnten wir die Fahrt erfolgreich durchführen. Wir trafen am Abend eines großen Aktionstags der Protestierenden in Paris ein und hatten aus Sicherheits­gründen darum gebeten, dass die deutschen SchülerInnen von ihren Gasteltern bereits am Zielbahnhof Gare de l’Est in Empfang genommen wurden. Die Jugendlichen wurden von ihnen zur Schule eskortiert, trafen dort erstmals ihre Austauschpartner und fuhren dann gemeinsam mit ihnen weiter in die Familien.

Am Freitagmorgen brachten die gastgebenden SchülerInnen ihre deutschen Partner mit ins Collège, wo sie nach einer Erkundung des Schulgebäudes und des Geländes in Kleingruppen am Unterricht teilnahmen. Nach dem anschließenden spielerischen Kennenlernen zwischen allen deutschen und französischen Jugendlichen wurden die Preise an die Gewinner des Online-Fotowettbewerbs verliehen, mit dem die Begegnungsfahrt vorbereitet worden war. Es folgte ein Workshop, in dem gemischte deutsch-französischen Teams Vorschläge für ein Logo zur Austauschbegegnung gestalteten. Die beiden von den SchülerInnen gewählten besten Entwürfe sollen beim Gegenbesuch der französischen Gruppe in Leipzig im April mittels einer Heißpresse auf T-Shirts und Taschen gedruckt werden. Diese Produkte sind für jede/n Teilnehmenden bleibende Erinnerung an die Begegnungen und zugleich Werbeträger, mit denen sie im Schulalltag in Leipzig und Paris unter den MitschülerInnen für das langfristig angelegte Austauschprojekt werben werden. Auch die Fotos der Reisenden von ihrem Aufenthalt (gesammelt in einem Padlet) sowie ihre schriftlichen Berichte über die Erlebnisse werden dazu beitragen, weitere MitschülerInnen zur Teilnahme am Austausch anzuregen.

Parallel zum Unterricht am Freitagmorgen war das Leitungsteam zum Gespräch mit dem Schulleiter des Collège, Monsieur Volkmann, geladen. Dieses Gespräch in offener, kollegialer Atmosphäre ermöglichte einen persönlichen Austausch über die jeweiligen Voraussetzungen für eine dauerhafte Austauschbeziehung zwischen unseren Schulen. Es wurde vereinbart, nach Beteiligung der zuständigen Gremien auf beiden Seiten im Sommer dieses Jahres einen Kooperationsvertrag zu schließen.

Nach einem gemeinsamen Picknick in der Mittagspause kehrten der französischen SchülerInnen in den Unterricht zurück, während die deutschen Jugendlichen mit uns zu Fuß das Quartier Latin erkundeten, in dem das Collège liegt. Am Abend fand für unsere Gruppe dann ein von den Schülereltern organisierter Empfang in der Schule statt, bei dem sich die deutschen und französischen SchülerInnen wie auch die auf beiden Seiten beteiligten LehrerInnen besser kennenlernen konnten. Die angeregten Gespräche liefen dreisprachig – französisch, deutsch, und englisch.

Am Samstagmorgen besichtigte die deutsche Gruppe den Jardin des Plantes mit seinen historischen Gewächshäusern und dem Botanischen Garten. Das dort ebenfalls beheimatete Musée national de l’histoire naturelle bot eine Sonderausstellung zu gefährdeten beziehungsweise ausgestorbenen Tierarten. Für die SchülerInnen war die dort zu erlebende 3D-Installation eine besondere Erfahrung: sie führte ihnen plastisch vor Augen, was der vom Menschen induzierte Verlust an Biodiversität bedeutet und wie sehr sie selbst gefordert sind, dem weiterem Artensterben entgegenzuwirken.

Den Samstagnachmittag sowie den gesamten Sonntag verbrachten unsere SchülerInnen in den französischen Gastfamilien, wo sie in das Alltagsleben eintauchen konnten. Sie berichteten am Montag dann angeregt von Ausflügen in und um Paris mit den Familien, von Familientreffen, ihren Erfahrungen beim Essen und weiteren vielfältigen Erlebnissen gemeinsam mit ihren Austauschpartnern. Wiederkehrendes Thema waren die Erfahrungen im Kommunizieren mittels dreier Sprachen und vor allem die eigenen Lernfortschritte im Verstehen sowie beim Sprechen im Französischen.

Ab Samstag hatten wir bei der Betreuung der Jugendlichen dann Unter­stützung durch eine aus Leipzig nachgereiste Kollegin. Dies war um so wichtiger, als durch die Streiks und Proteste ab Montag einige kurzfristige Änderungen im Programm erforderlich wurden. So konnte die Besichtigung des Louvre nicht stattfinden, da das Museum am Montag unangekündigt bestreikt wurde. Die Besteigung des Eiffelturms war bereits zwei Tage vorher wegen des neuerlichen Streiktags am Dienstag (28.3.) abgesagt worden.

Das streikbedingte Ersatzprogramm für die deutsche Gruppe umfasste Besuche des Musée national d’art moderne im Centre Pompidou und des Musée des arts et métiers, mit denen die Jugendlichen ihre Kenntnisse der französischen und europäischen Kultur und Geschichte vertiefen konnten.

Nachdem die französischen und deutschen Jugendlichen am Dienstagmorgen in der Schule zunächst Zeit zum Austausch und einigen Spielen in der Gesamtgruppe gehabt hatten, begann für die französischen Jugendlichen wiederum ihr Schulalltag. Nach einer Bootsfahrt auf der Seine am Dienstagnachmittag endete unser Aufenthalt mit der Verabschiedung zwischen den deutschen und französischen Jugendlichen am Collège. Der Streik im Fernverkehr in Frankreich blieb ohne Auswirkung auf unsere Rückreise, so dass wir wie geplant am Mittwochnachmittag (29.3.) wieder in Leipzig ankamen.

Mit den zahlreichen interkulturellen Erfahrungen im Alltag, besonders in den Gastfamilien, mit der Gelegenheit, das Französische in authentischer Situation anzuwenden und vor allem mit den persönlichen Begegnungen bot unser Aufenthalt in Paris den SchülerInnen eine unschätzbare Bereicherung und weitere Motivation für das Lernen des Französischen.


Leipzig (16.-22.4.2023)

Die Freundschaften, die in dieser Woche bereits entstanden waren, konnten schon bald in Leipzig vertieft werden, als im April die französische Gruppe zum Gegenbesuch bei uns war.

Die Jugendlichen und die drei begleitenden Lehrkräfte trafen am Sonntagnachmittag in Leipzig am Bahnhof ein, wo die Schüler und Schülerinnen von ihren Austauschpartnern und Gasteltern in Empfang genommen wurden. Da die Zahl der Jugendlichen aus Frankreich etwas größer war als die der deutschen Jugendlichen, die nach Paris gefahren war, gab es französische Schüler, die ihre deutschen Partner nun erstmals persönlich trafen. Den Sonntagabend verbrachten alle dann in den aufnehmenden Familien, so dass Zeit zum Kennenlernen war.

Am Montagmorgen kamen die französischen Gäste in die Schule. Sie wurden zunächst von Frau Raupach begrüßt und nahmen dann im ersten Block am Unterricht in diversen Fächern teil. Dabei agierten einige der Partner als Lotsen, die sie in die jeweiligen Räume begleiteten.

Nach dem Unterricht trafen sich die französischen Gäste und die Austauschpartner aus Klasse 9 zu einem Atelier, in dem ein Austausch in der Gesamtgruppe möglich wurde. Die Jugendlichen lösten gemeinsam eine Aufgabe zum Thema sprichwörtliche Redewendungen französisch-deutsch. Sie setzen außerdem ihren Workshop zur Gestaltung von T-Shirts und Taschen fort, dessen erster Teil in Paris stattgefunden hatte. Das dort entworfene Logo wurde nun mit Hilfe einer Heißpresse auf die Textilien aufgebracht, und so entstanden die geplanten praktischen Erinnerungs- und Werbeobjekte.

In der Mittagspause lernten die französischen Gäste unsere Mensa kennen und trafen sich am Nachmittag dann zu einem kulturhistorischen Spaziergang durch Plagwitz (Industrie­geschichte, Geschichte DDR und wiedervereintes Deutschland). Außerdem erhielten sie eine erste Orientierung im Stadtzentrum.

Am Dienstag fuhr die französische Gruppe nach Weimar und absolvierte dort ein umfangreiches Besuchsprogramm. Am Mittwoch ging es nach Berlin, wo die Jugendlichen unter anderem an einem Konzert in der Philharmonie teilnahmen und eine Führung durch die Deutsche Nationalgalerie hatten. Für Donnerstag stand Dresden auf dem Programm.

Am Freitag erkundeten sie die Leipziger Innenstadt bei einem Stadtrundgang und besuchten das Zeitgeschichtliche Forum sowie das Museum in der Runden Ecke. Am späten Nachmittag begann dann bereits unser Abschiedsfest in der Aula des Gymnasiums. Nach einem Fototermin und alkoholfreiem Willkommenstrunk auf dem Hof gab es einen kurzen Fototreff, bevor in der Aula Frau Raupach die Gruppe sowie die anwesenden Gasteltern begrüßte und alle zusammen auf die ereignisreiche Woche sowie den Austausch insgesamt zurückblickten. Dabei wurde auf beiden Seiten bekräftigt, dass die Austauschbegegnung zwischen unseren Schulen nun zur festen Einrichtung werden soll (die Kooperationsvereinbarung dazu ist bereits verfasst worden).

Die Schulband sowie die Solisten führten kurzweilige Stücke aus ihrem vielfältigen Repertoire auf, und dann wurde das Büffet eröffnet, das Dank vielfältiger Beiträge der gastgebenden Familien sehr abwechslungsreich ausfiel. Dank des tatkräftigen Einsatzes zweier Gasteltern konnte dabei auch diverses Grillgut angeboten werden. Die Jugendlichen nutzen später die Gelegenheit zu tanzen, und es gab zahlreiche Gespräche und Begegnungen in lockerer Atmosphäre.

Nach einer längeren, herzlichen Verabschiedung am Leipziger Bahnhof traten die französischen Gäste am Samstagmorgen die Rückfahrt an und trafen am späten Nachmittag plangemäß in Paris ein.

Die Gespräche mit den Jugendlichen und deren Eltern am gemeinsamen Abschiedsabend wie auch das Auswertungstreffen mit den deutschen Teilnehmern und Teilnehmerinnen ließen erkennen, dass die Austauschbegegnung ein wirklicher Erfolg war. Gemäß der Selbstauskunft der Jugendlichen hat sie ihre Motivation für das Fach Französisch gesteigert. Der Austausch hat viele interkulturelle und persönliche Erfahrungen gebracht, die für die Teilnehmenden Jugendlichen und Familien eine wirkliche Bereicherung waren. So blicken wir als begleitende Lehrkräfte schon mit Vorfreude auf die nächste Begegnung im Frühjahr 2024, wenn die Französischlernenden der zukünftigen Klassen 9 Gelegenheit haben werden, am Austausch teilzunehmen.

(Bericht: Egb)