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Evangelische Religion

Die Jugend soll nicht traurig sein, sondern heiter und fröhlich.

- Martin Luther -

Fachlehrer

Frau Dr. Domtera-Schleichardt
Frau Junghanns (Ref.)


Fachleitung

Frau Dr. Domtera-Schleichardt

Über das Fach

Der evangelische Religionsunterricht ist ein offenes Angebot für alle Schülerinnen und Schüler – unabhängig von Konfession, religiöser Prägung oder persönlichem Glauben. Willkommen sind Getaufte, nicht Getaufte und Konfessionslose, Schülerinnen und Schüler aus evangelischen, katholischen, orthodoxen, freikirchlichen Traditionen sowie aus anderen Religionszugehörigkeiten. Der Unterricht wird konfessionssensibel gestaltet und fördert einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Überzeugungen.
In den Klassenstufen 5 und 6 findet der Religionsunterricht mit einem Wochenstundenumfang von einer Stunde statt. Ab Klasse 7 bis einschließlich Klasse 12 wird er zweistündig erteilt.

Außerschulische Lernorte und Begegnungsformate (durchgeführt bzw. in Planung)

  • Besuch des Kunstkraftwerks: immersive Ausstellung „Friedliche Revolution“
  • Exkursion zu Orten der Friedlichen Revolution in Leipzig
  • Zeitzeugengespräch „Kirche in der DDR“
  • „Meet a Jew“ (Begegnungsprojekt zu jüdischem Leben heute)
  • Exkursion zum „Bibelmobil“ an der Nathanaelkirche“
  • Auseinandersetzung mit Gedenkorten und Stolpersteinen
  • Begegnungen mit Kirchen und Gotteshäusern anderer Religionen

Der evangelische Religionsunterricht hilft Schülerinnen und Schülern, sich in einer vielfältigen Welt zurechtzufinden, religiöse Sprache und Symbole zu verstehen und eine eigene Sprachfähigkeit in Fragen von Glauben, Sinn und Weltdeutung zu entwickeln. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit der christlichen Tradition unseres Kulturraums ebenso wie die Begegnung mit anderen religiösen und weltanschaulichen Perspektiven.
Dabei vermittelt das Fach nicht nur Wissen über das Christentum, sondern eröffnet auch Zugänge zu religiösen Erfahrungen und grundlegenden Fragen menschlichen Lebens. Der christliche Glaube ist von Hoffnung geprägt – einer Hoffnung, die aus dem Vertrauen auf Gottes Zuspruch in Jesus Christus erwächst und zu verantwortlichem, reflektiertem Handeln in der Welt ermutigt.
Der Religionsunterricht orientiert sich an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler und begleitet sie in wichtigen Entwicklungs- und Übergangsphasen, indem er Raum für Fragen, Zweifel, Orientierung und Verantwortung eröffnet.

Berichte

Exkursion zum Bibelmobil

Das „Bibelmobil“ – Was ist das und wie funktioniert es?

Exkursionsbericht von Mathilda, Livia, Lillian und Karla, Klasse 5

Ein „Bibelmobil“ klingt cool, aber was ist das überhaupt? Eine Bibel? Nicht direkt. Ein Bus? Richtig! Ein Bus, wo einem etwas über die Bibel erklärt wird. Toll, oder? Am 28. März 2025 waren wir Reli-Kinder beim „Bibelmobil“ am Nathanaelkirchplatz. Dort stand es während der Buchmesse.
Im Vorraum der Nathanaelkirche wurde uns gezeigt, wie man früher gedruckt bzw. geschrieben hat. Uns wurden Schreibfedern aus Rohr und Vogelfedern, Papyrus und Ziegenhaut gezeigt. Selbst durften wir eine Druckerpresse wie zur Zeit Martin Luthers benutzen.
Auch haben wir uns im oberen Busdeck darüber unterhalten, wo die Bibel im Alltag auftaucht. Natürlich habe alle ihre eigenen Eindrücke und Präferenzen:


Mathilda: „Ich fand den Ausflug echt toll, mir hat am besten gefallen, dass wir an einer alten Druckmaschine Psalm 23 gedruckt haben. Wir durften ihn auch behalten. Am Ende haben wir auch 2 bis 3 Mini-Bibeln mit goldenem Cover bekommen.“

Livia: „Mir hat der Ausflug gut gefallen, wir haben ganz viele nette Sachen gemacht, z. B. drucken. Uns wurden auch einige Dinge über die Bibel erzählt. Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen!“

Lillian: „Mir hat es eigentlich gut gefallen, aber als uns gezeigt wurde, worauf die Menschen früher geschrieben haben, wurde eine Ziegenhaut mit Fell rausgeholt, und da bin ich ein bisschen sensibel. Nicht, dass es nicht stimmt, dass Menschen auf Ziegenhaut geschrieben haben. Mich macht es nur ängstlich und traurig, wenn ich so etwas sehe, aber natürlich konnten sie das nicht wissen.“

Karla: „Ich fand es schön zu wissen, wie die Bibel entstanden ist und wo wir sie im Alltag finden. Das Drucken war toll, aber ich fand auch das „Bibelmobil“ selbst eindrucksvoll. Es war auch interessant zu erfahren, wie die Menschen geschrieben haben und worauf.“

Das Highlight des Tages war für die meisten aber das Drucken, es hat den allermeisten Spaß gemacht.

Der Ausflug zum Bibelmobil

Exkursionsbericht von Adam, Theodor und Benjamin, Klasse 5

Wir sind zur Nathanaelkirche gelaufen, weil wir zum „Bibelmobil“ wollten. Wir haben den Ausflug gemacht, damit wir mehr über die Bibel erfahren.

Das „Bibelmobil“ hatte zwei Etagen, in der oberen Etage gab es eine schöne große Sitzecke, dort haben wir viel über die Bibel im Alltag geredet. In der unteren Etage gab es altes Papier und viele verschiedene Bibeln. Eine besondere Bibel ist zum Beispiel eine mit 4 mal 4 cm Größe, diese kann man nur unter einem Mikroskop lesen. Es gab auch die kleinste Bibel der Welt mit 4 mal 4 mm Größe. Diese kann man nicht lesen. Es wurden uns auch alte "Stifte" gezeigt, Schilfrohre und Federn als „Füller“.

In der Nathanaelkirche gab es ebenfalls eine Ausstellung. Hier haben wir alle Psalm 23, einen Psalm Davids, mit einer alten Druckmaschine gedruckt.

Insgesamt war es sehr schön und wir haben viel gelernt.


Exkursion "Leuchtende Freiheit"

„Friedliche Revolution“: Das Licht des Zusammenhalts

09.10.1989: 70 000 Menschen gehen in Leipzig für ihre Freiheit, für ihre Zukunft und für ihre Rechte auf die Straße – und zwar friedlich. Aber wie viel Mut hat dies wirklich gebraucht? Und vor allem: Wie viel mussten diese Menschen opfern für das Land, in dem wir heute leben und das wir als selbstverständlich ansehen?

 

Wir sind aus der Religionsgruppe der 9. Klasse. Am 11.11.2025 haben wir im Rahmen unseres Unterrichtsthemas „Kirche in der DDR“ im Kunstkraftwerk die Ausstellung „Leuchtende Freiheit“ zur „Friedlichen Revolution“ besucht. Dazu haben wir vor der „richtigen“ Ausstellung eine kleine Einführung bekommen. Uns wurde der Initiator Prof. Markus Löffler über ein Video vorgestellt, in dem dieser die Gründe für die Ausstellung nannte: in allererster Linie erinnern. Erinnern, an die mutigen Menschen, denen wir unser geeinigtes Deutschland verdanken. Erinnern, an alle, die dafür selbstverständliche Sachen wie ihre Freiheit geopfert haben. Aber auch erinnern, an die damalige Zeit, die für viele schrecklich war. Uns wurden auch die Sponsoren, nämlich das Archiv Bürgerbewegung Leipzig, die Bundesstiftung Aufarbeitung und die Nikolaikirche vorgestellt.

Dann folgte die Ausstellung, ein Raum, der 360° mit Videos projiziert war. Dabei orientierte man sich an dem Ablauf der Geschichte. Uns wurde der Verlauf der DDR anschaulich geschildert (mit Arbeitsblatt). Es drehte sich aber den Großteil nicht etwa um politische Konflikte o. ä., sondern um das Leben der Menschen mit all den Schwierigkeiten, die es damals gab. So z. B. um die Auf und Abs beim Widerstand gegen die Regierung oder die kleinen Zonen, in denen sich die Menschen sicher fühlten.

Wir sind uns alle einig, dass der Besuch uns zum Nachdenken angeregt hat. Sollten wir den Staat, den wir heute haben, für so selbstverständlich halten? Oder vielleicht ein wenig dankbarer sein und uns nicht immer so beschweren? Außerdem war es definitiv schockierend zu sehen, dass Menschen teilweise 10 Jahre ins Arbeitslager mussten, weil sie Lenin im Schulbuch mit Bleistift einen Bart angezeichnet hatten. Gleichzeitig rief das noch mehr Bewunderung für den Widerstand, den Zusammenhalt und die Entschlossenheit der Menschen in uns hervor. Und die Visualisierung dessen war sehr beeindruckend. Eine Freundin von mir meinte, es wäre wie „ein lebendiger Traum“ gewesen, und diese Formulierung fand ich tatsächlich sehr treffend. Man hatte in der Ausstellung kurz das Gefühl, bei den ganzen Menschen zu sein und man hat ihre Gefühle gut nachvollziehen können.

Wie bereits erwähnt schenkte uns die Ausstellung aber auch viele neue Einsichten, darunter eben, dass wir uns glücklich schätzen können, in einer Zeit wie gerade aufzuwachsen, auch wenn diese ebenfalls von Problemen geprägt ist. Zum anderen  wurde uns auch viel Geschichtswissen mitgegeben, dadurch, dass die Ausstellung sozusagen einem Zeitstrahl recht exakt folgt. Zudem haben wir gelernt, wie wichtig es ist, sich mit Themen wie der „Friedlichen Revolution“ auseinanderzusetzen. Immerhin prägen sie unser Leben bis heute und zeigen uns, gerade in politisch holprigen Zeiten, was wir gemeinsam als „Volk“ erreichen können. Und, nicht zu vergessen, sollten wir aus der Geschichte lernen. Es darf nie wieder so einen Kontrollstaat geben wie damals, wo man sich nicht einmal sicher sein konnte, ob der beste Freund einen verrät.

Also, auch in Zeiten wie heute, in denen wir gesellschaftliche Spaltungen, Diskriminierungen und viele Meinungsverschiedenheiten erleben, dürfen wir nicht vergessen: Am Ende sind wir alle Menschen und können gemeinsam so viel erreichen, wenn wir nur zusammenhalten. Unser Licht kann die Dunkelheit hell erstrahlen lassen, wenn nur jeder seine kleine Kerze brennen lässt.

 

Bericht von Halka, Malina, Clara und Sophia, Kl. 9


„Graswurzelarbeit“: Zeitzeugengespräch zum Thema „Kirche in der DDR“ am RSG

Stellen Sie sich vor, Sie lernen etwas über ein geschichtliches Ereignis und bekommen dann die Möglichkeit, mithilfe eines echten Zeitzeugens eine kleine Zeitreise zu erleben. Genau diese Chance hatten wir, die Schüler:innen des Religionsunterrichts der 9. und 10. Klassen des Robert-Schumann-Gymnasiums. Wir konnten persönlich mit Pfarrer Christoph Krause über das Thema „Kirche in der DDR“ sprechen.
 
Sein Vater war Pfarrer und sein Bruder initiierte selbst die wichtigste Unterschriftenaktion Leipzigs gegen die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli im Jahr 1968 und verbrachte daraufhin zwei Jahre im Gefängnis. Christoph Krause selbst rebellierte ebenfalls, wenn auch wesentlich weniger offensichtlich. Er erzählte uns von Protestaktionen, Opposition, Aktivismus und auch von der Angst und Unterdrückung zu dieser Zeit. Es ging um „Graswurzelarbeit“, damit meinte er den konstanten Kampf für Freiheit und Sicherheit, auch wenn dieser „nur“ in kleinen Aktionen erfolgte, wie z. B. Projekte zum Klimaschutz und Kompromissbereitschaft in der Jungen Gemeinde.
Pfarrer Krause begann das Gespräch mit seiner Familiengeschichte und berichtete von seinem Vater, der schon im Nationalsozialismus für seinen Widerstand Zeit im Konzentrationslager verbrachte. Inspiriert von den Werten ihres Vaters, leisteten auch Christoph Krause und sein Bruder Nikolaus Krause Widerstand und wurden später ebenfalls Pfarrer. Krause erzählte, wie er als Jugendlicher die Zeit seines Bruders im Gefängnis wahrnahm und welche Steine ihm selbst auf dem Werdegang zum Pfarrer in den Weg gelegt wurden. Er brachte uns Geschichten mit, von kontroversen Meinungen und Bespitzelung in der Jungen Gemeinde, dem Kirchentag 1983, bei dem ein Schwert zu einer Pflugschar umgeschmiedet wurde und malte ein anschauliches Bild der DDR auf dem Höhepunkt der Umweltverschmutzung. Dabei wirkte er mit seiner Vergangenheit im Reinen und erzählte stets mit einem Schmunzeln. Er brachte uns sogar eine Kopie seiner Stasi-Akte mit, die ganze 400 Seiten umfasste.
 
Uns persönlich hat besonders beeindruckt, wie er davon erzählte, dass er aktiv rebellierte, selbst, nachdem er sah, was seinem Bruder im Gefängnis widerfahren war. Er habe auch nie mit dem Gedanken gespielt, aus der DDR in den Westen zu fliehen. Ganz nach dem Motto: „Gottes Reich führt nicht an der DDR vorbei.“ Vor allem dieses Zitat ist uns nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Wir sind Pfarrer Krause sehr dankbar, dass er uns seine Geschichte erzählt hat. Seine Botschaft, auch in politisch schwereren Zeiten für Freiheit und Gerechtigkeit einzustehen, wird wohl immer aktuell bleiben und ist somit auch heutzutage sehr wichtig.

 

Ein Bericht von Religionsschülerinnen und -schülern der 10. Klasse